Werbeliner See – die unendliche Geschichte

Nun wagt also die Stadt Delitzsch einen neuen Versuch, die für viel Geld von der LMBV erworbenen Flächen am Werbeliner See einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Nachdem die großflächige Nutzung als Badesee wie von mir vorhergesagt gescheitert ist (zum Glück für den Erhalt unseres Freibades!), wird immer noch an der Vorstellung festgehalten, am Brodauer Zinken ein kleines Strandbad einrichten zu können.

 

Der Stadtrat beschloss außerdem am 28. Januar 2016 mehrheitlich, den größten Teil der erworbenen Grundstücke am Werbeliner See weiter zu verkaufen, um dort durch einen privaten Investor ein Pferdesportzentrum errichten zu lassen. Nur zwei Räte stimmten nicht dafür, auch ich enthielt mich der Stimme. Warum, trotz einer scheinbar stichhaltigen und runden Konzeption?

 

Es sind die Unwägbarkeiten, die damit zusammenhängen, dass einerseits seit 2006 ein durch den Freistaat Sachsen der EU gemeldetes europäisches Vogelschutzgebiet vorliegt und andererseits geplant ist, die betreffenden Flächen in einem Ausweisungsverfahren zum Naturschutzgebiet zu erklären. Immerhin ist das dem Investor bekannt, dem Delitzscher OBM natürlich auch.

 

Da diese Zusammenhänge immer noch nicht abschließend geklärt sind und insbesondere vom Grundstückserwerber keine klare Aussage zu Haftungsfragen getroffen wurde, wenn das Projekt scheitern sollte, habe ich nicht zugestimmt. Auch wenn der Investor im Stadtrat seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass alles wie geplant laufen wird, sage ich: Viel hoffen lässt die Frucht nicht reifen!

 

Meiner Meinung nach hätte Ende 2015 die Faktenlage akzeptiert werden und die Option der Rückabwicklung des Kaufvertrags mit der LMBV erfolgen müssen, um den Weg einer Nutzung unter Einbeziehung des Vogel- und Naturschutzes frei zu machen. Leider ist die übergroße Mehrheit der Stadträte meinen Gedankengängen noch nie gefolgt. Aber ich kann mich ja irren ...

 

Theo Arnold, Stadtrat

Kommentar schreiben

Kommentare: 0