Die Schenkenberger machen sich Luft, denn sie fühlen sich vom Stadtrat übergangen. Vor einiger Zeit haben sie sich an einem Pilotprojekt der Stadt zur zentralen Sammlung beteiligt. Aus diesem wurde nun kurzerhand ein Dauerzustand hergestellt.

 

Zum Hintergrund: Sperrmüll wird in Delitzsch von den Kreiswerken an festen Terminen gesammelt. Die Bürger haben die Möglichkeit, ihren Sperrmüll direkt vor dem Haus abzulegen, wo er dann aufgesammelt und entsorgt wird. An den 2 Abenden vor der Sammlung waren in Delitzsch dann jede Menge "Altstoffsammler" unterwegs, die der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge sind. Deshalb wurde versucht, die Sammlung an zentralen, bewachten Punkten zu organisieren. Der Nachteil dieser zentralen Sammlung ist es naturgemäß, dass die Bürger ihren Sperrmüll erstmal zu dem Sammelpunkt hinbugsieren müssen. ... Und das mach mal mit 'nem Sofa! Schenkenberg wurde als Pilot gewonnen. 

 

Offensichtlich war der Pilot doch nicht so glücklich mit dem Ergebnis. Jedenfalls legt der Bericht aus Schenkenberg in der LVZ vom 2.1.16 diese Vermutung nahe.

 

Hintergrund-Information

Die Entscheidung des Stadtrates, den Schenkenberger Sperrmüll weiterhin zentral abzuholen, erfolgte im Oktober 2015 auf Empfehlung der Stadtverwaltung. Dabei wies Bürgermeister Schöne ausdrücklich darauf hin, dass vom Ortschaftsrat eine entgegen lautende Beschlussempfehlung vorliegt, sich jedoch die zentrale Sammlung bewährt hat.

 

Außerdem erinnerte er daran, dass sich in Schenkenberg vor dem Pilotversuch "eigenständige Ablagerungsplätze außerhalb jeglicher Haustürsammlungen" gebildet haben. Übersetzt heißt das wohl: Vor der zentralen Sammlung haben Unbekannte mehrfach illegalen Müll (Autoreifen, Elektronik, Farbeimer) in Schenkenberg wild abgelagert. Aus gut informierten Kreisen ist uns bekannt, dass das wohl insbesondere ein Problem in der Nähe des Sportplatzes gewesen sein muss.

 

Vor dem Hintergrund dieser negativen Erfahrung folgte der Stadtrat im Interesse von Ordnung und Sauberkeit der Empfehlung der Verwaltung.

 

Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch auch, dass im gesamten Stadtgebiet der Stadt Delitzsch das gleiche zentrale Sammelverfahren gängige Praxis ist. Die Schenkenberger Einwohner sind damit nicht schlechter gestellt als die Bürger der Kernstadt.

 

Die CDU spricht sich übrigens für die Ausweitung des Verfahrens auf das gesamte Stadtgebiet aus, so darf man jedenfalls die Stellungnahme des CDU-Fraktionsvorsitzenden Plath verstehen.

 

Die SPD sieht das anders: Solange es in den verbliebenen Ortsteilen mit dezentraler Haustürsammlung keine gravierenden Probleme mit illegalen Müllablagerungen gibt, sollte die bewährte Haustürsammlung dort auch als bürgerfreundlichste Variante durchgeführt werden.

Mit Schreiben vom 12.02.2016 informierte uns OBM Dr. Manfred Wilde, dass die Veröffentlichung von Protokollen aus den öffentlichen Stadtratssitzungen nicht gestattet sind. Deshalb ist die bis jetzt hier veröffentliche Kopie des Sitzungsprotokolls entfernt worden. Wir werden diese Rechtsauffassung des Delitzscher Rathauses überprüfen lassen. Bis dahin, sorry!