Tierisch was Los

Quelle: Fotolia Fotograf: Knipserin
Quelle: Fotolia Fotograf: Knipserin

Am 22.02.2016 waren wir zu Gast im Tierheim Laue beim Tierschutzverein Delitzsch e.V. Das Treffen war schon längere Zeit geplant gewesen und wie in Tierkreisen üblich, wurde sich erst einmal gegenseitig  „beschnuppert“. In einer recht lockeren, mit köstlichem Imbiss versüßten Atmosphäre,  wurde durch den Tierschutzverein Delitzsch e.V.   über die Arbeit der letzten Monate berichtet. Diese waren wohl recht turbulent und sowohl in, als auch vor den Käfigen, wechselte die Besatzung in recht rasantem Tempo.
Mittlerweile hat sich ein neuer Vorstand unter der Leitung von Frau Ewald etabliert, der couragiert, voller Engagement und mit viel Herzblut die anstehenden Aufgaben angeht. Für viele Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgte die Entscheidung des Vereins, den mit der Stadt Delitzsch bestehenden  Dienstleistungsvertrag zu kündigen, weil die dort vor vielen Jahren  vereinbarten finanziellen Zuweisungen je Einwohner nicht mehr auskömmlich waren. Eine Entscheidung, die der Verein heute selbst bereut, die man aber wohl auf die Turbulenzen der letzten Monate und vielleicht auch auf die Gutgläubigkeit der neuen Vereinsführung zurückführen muss. Hier engagieren sich aber Leute, denen es zuallererst um das Wohl der Tiere geht und die sich mit politischem Geplänkel nur schwer anfreunden können.
Trotz allem werden im Tierheim Laue Nägel mit Köpfen gemacht. Der Tierbestand hat merklich abgenommen. Die Zahl der Hunde ist inzwischen einstellig. Auch der Katzenbestand konnte in den letzten Monaten fast halbiert werden. Nebenher laufen Sanierungsarbeiten an den Stall- und Verwaltungsgebäuden, werden Spenden für die Vereinsarbeit akquiriert und man will sich auch wieder stärker um die Kastration streunender Katzen kümmern, wenn dies die finanziellen Mittel zulassen. Für dieses Jahr hat sich der Tierschutzverein Delitzsch e.V. vorgenommen, die Vereinsarbeit auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen und dies auch vertraglich abzusichern.
Der Eindruck der von diesem Abend bleibt, hier wird solide, ehrliche, ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der zu betreuenden Tiere gemacht. Der SPD-Ortsverein hat versprochen, den Tierschutzverein Delitzsch e.V. bei der Lösung verschiedener Probleme entsprechend seiner Möglichkeiten zu unterstützen.
Und wer diesen ganzen Wirbel um die paar Tiere nicht verstehen kann, der muss nur in die Augen der letzten verbliebenen Hunde schauen. Hier lernt man, dass auch Mischlingshunde Dackelaugen haben können!
Ingo Klaus

 

Kommentar

Tierheim Delitzsch- Delitzscher Tierschutzverein von der Stadt ausgetrickst

 

Seit Jahren erfüllte der Delitzscher Tierschutzverein e.V. für die Stadt vertragsgerecht die Pflichtaufgabe der Aufbewahrung und Versorgung von Fundtieren im Tierheim Laue.

Nun ist der Vertrag vom Verein in höchster Not gekündigt worden, weil die Stadt in Person des OBM Dr. Wilde unter Berufung auf einen früher geschlossenen Vertrag sich weigerte, die vom Stadtrat für 2015 beschlossene und im städtischen Haushalt eingestellte Pauschale in Höhe von 1,30 Euro pro Einwohner zu zahlen (Summe 32 500 Euro).

Sowohl vom Landratsamt Delitzsch als auch von der Stadtverwaltung hatte der Verein berechtigte Auflagen zur Verbesserung der Arbeit und der Effizienz bekommen. Der Vereinsvorstand erfüllte in 2015 u.a. folgende Auflagen:
• Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und Erreichbarkeit
• Tierbestand und damit Kosten durch bessere Vermittlung senken
• Ordnungsgemäße Verwendung der öffentlichen Gelder
• Besucherfreundliche Öffnungszeiten
• 24 Stunden-Bereitschaftsdienst zuverlässig gestalten

Außerdem stellte der Verein 2015 eine neue Heimleiterin für das Tierheim Laue ein. An dieser Stelle mein Dank den ehemaligen Vorständen des Vereins und insbesondere Familie Bernhardt sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern , welche jahrelang die Tiere aufopferungsvoll betreuten!

Da ich Verwaltungsabläufe noch sehr gut kenne, behaupte ich, dass es dem OBM ein Leichtes gewesen wäre, den Eklat der Kündigung durch den Tierschutzverein zu verhindern und eine gütliche Einigung über die Pauschalzahlungen mit dem Verein zu erzielen. Die Rückendeckung durch den Stadtrat hatte er ja schon. Es zeugt nicht von Bürgernähe und Demokratieverständnis, einen solchen Verein am ausgestreckten Arm finanziell „verhungern“ zu lassen.

Ich wage weiter zu behaupten, dass sich die Stadtverwaltung bei einem der großen, mitgliederstarken und einflussreichen Vereine wie ESV, GSVE oder Concordia eine solche Vorgehensweise nicht erlaubt hätte.

Herr Dr. Wilde, das war nicht die feine englische Art und ruft zu Recht Empörung bei Vereinsmitgliedern und vielen Bürgern hervor!

Theodor Arnold, Stadtrat Delitzsch