Muss man sich Sorgen um den Aschehaufen auf dem Gebiet des Biomassekraftwerks in der Richard-Wagner-Straße machen? Um diese Frage kreisen in den letzten Wochen Meldungen, wobei jede Menge Gerüchte die Runde machen. Die Lage ist auch deshalb so unübersichtlich, weil Stadtverwaltung und Landratsamt gegensätzliche Positionen einnehmen.

Darum geht es: Der Aschehaufen

Quelle: lvz.de, Fotograf: Kay Würker
Quelle: lvz.de, Fotograf: Kay Würker

Auf dem Gelände des derzeit ruhenden Biomassekraftwerks wurde über längere Zeit Asche abgelagert. Früher stand hier übrigens die Delitzscher Zuckerfabrik. Derzeit ist noch nicht einmal klar, wem das Gelände jetzt gehört und wer folglich für die Beseitigung des Aschehaufens verantwortlich ist.

 

Der letzte Betreiber der Anlage war die Knock on wood GmbH, die aber nach Informationen der LVZ den Kaufpreis an die Vorbesitzerin GOAZ Energy noch nicht bezahlt habe. Daher sei auch das Eigentum noch nicht übergegangen. Aber es kommt noch besser: Auch die  GOAZ hat noch nicht alle Zahlungen an den ersten Betreiber BKD geleistet. Unter Umständen liegt dann das Eigentum noch bei der BKD. Wer nun Eigentümer ist und haftet, soll ein Gutachten klären.

Das meint die Stadt Delitzsch

Aus Sorge um die Grundwasserqualität hat die Stadt Delitzsch ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass im Bereich des Kertitzer Grabens die Werte von Blei und Cadmium vor dem Betriebsgelände niedriger sind als hinter dem Gelände. Daraus schlussfolgert die Stadt Delitzsch, dass sich auf dem Gelände eine Quelle für Verunreinigungen des Grundwassers befindet und hat den Aschehaufen im Verdacht.

Das meint das Landratsamt

Das Umweltamt glaubt nicht, dass zwischen den erhöhten Cadmium- und Bleiwerten und dem Ascheberg ein Zusammenhang besteht. Dabei verweist man auf das Ergebnis eines anerkannten Speziallabors aus dem Frühjahr. Demnach sind in dem Haufen aus Rost- und Kesselasche die Schwermetalle derart gebunden, dass ein Auswaschen durch Regenwasser nicht zu befürchten sei. Der Stadt Delitzsch wirft das Landratsamt vor, die Bevölkerung zu verunsichern. Eine Gefahr durch Ausspülung von Schwermetallen könne ausgeschlossen werden, heißt es.


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Kommentare: 1
  • #1

    Bernd Matzke (Dienstag, 13 September 2016 14:34)

    Ich stimme dem 1. Kommentar zu.
    In der ehemaligen Zuckerfabrik reift seit Längerem ein Umweltproblem und damit sicher auch ein erhebliches finanzielles Problem heran.
    Sich in dieser Situation um einen Badestrand in einem Naturschutzgebiet zu bemühen ist ist eine recht unglückliche Priorisierung der Themen.