Michael Clobes, Leipzig, Quelle: Facebookprofil
Michael Clobes, Leipzig, Quelle: Facebookprofil

Wenn wir über das sogenannte“ Burkaverbot“ sprechen, sollten wir uns vergegenwärtigen, dass dies in Wahrheit eine Stellvertreterdiskussion ist. Es geht den Befürwortern in Wahrheit nicht um ein Verbot dieser schrecklichen Tracht im engeren Sinne, es geht ihnen um ein Zeichen gegenüber der Geisteshaltung, die dahinter steckt und letztlich um eine Ansage gegenüber diesen Menschen, die da lautet: Wir wollen Euch hier nicht!

 

Und ich meine, damit haben sie Recht. Allerdings wird man dies nicht dadurch umsetzen können, dass man die Zwangsverschleierung verbietet. Dies wird maximal dazu führen, dass Frauen, die ihren Schleier dann nicht mehr tragen dürfen, zu Hause eingesperrt werden.

 

Thomas de Maiziére hat Recht, nicht alles, was einem nicht gefällt, kann man verbieten. Ich vermisse aber eine weitergehende Auseinandersetzung mit den Menschen, vor allem den Männern, die herkommen und meinen, eine Frau habe sich in der Öffentlichkeit so zu kleiden. Wie ist ein solcher Mann sonst drauf? Sagt er, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll? „Meine Frau trägt Vollverschleierung, die deutschen Frauen Bikini, andere Länder, andere Sitten, na und?“ Oder hat er eine niedrige Meinung von solchen Sitten, also von solchen Frauen? Was denkt er über Leute, die Schweinefleisch essen, Alkohol trinken und den Ramadan missachten, über Deutsche und Europäer insgesamt? Was sind „Ungläubige“ für ihn? Sind sie gleichwertige Menschen? Hat er/sie Respekt vor uns oder verachtet er uns in Wahrheit?

 

Sollte sein Urteil über uns geringschätzig ausfallen, mag man ihn fragen, ob und inwieweit er bereit ist, sich zu integrieren. Wird er die Sprache und einen Beruf erlernen wollen? Darf auch seine Frau die Sprache lernen? Wie gedenkt er seine Kinder zu erziehen? Werden seine Töchter auch den Schleier tragen müssen? Dürfen sie die westlichen Werte erfahren und verinnerlichen oder sollen sie die orthodoxen islamischen Prinzipien weiterführen? Falls er die säkularen Lebensformen nicht schätzt, wäre die Frage zu stellen, was er denn in Deutschland ändern würde, wenn er könnte und was er bereit wäre zu tun, dies umzusetzen. Würde dann der Vollschleier zum Gesetz? Wenn in Deutschland mal eine islamistische Bewegung in Gang kommt, wird er sich dieser anschließen? Wie hält er es mit der Demokratie? Wäre nicht ein Kalifat die weit bessere Staatsform? Ist die Scharia nicht in Wahrheit das bessere „Grundgesetz“?

 

Wir sprechen von Integration als einer gesellschaftlichen Aufgabe. Diese kann aber nur funktionieren, wenn sich die Zuwanderer darauf einlassen. Wer als Frau einen Vollschleier trägt oder dies als Mann von seiner Frau verlangt, bringt nach meiner Wahrnehmung zum Ausdruck, dass er/sie nicht im Ansatz bereit ist, seinen Beitrag zu leisten. Ich kenne die Antworten auf die skizzierten Fragen nicht, aber ich habe die Ahnung, dass sie in unserem Sinne verheerend ausfallen würden. Viele Deutsche teilen diese Ahnung und verspüren starken Unmut, wenn Islamisten mit diesem Wertegefüge herkommen, uns in Wahrheit verachten, andererseits aber die Sozialleistungen des Staates gern mitnehmen.

 

Ich bin überzeugt, dass es viele Zuwanderer gibt, die, wenn sie könnten, wie sie wollten, unserer Gesellschaft lieber heute als morgen ihren Steinzeitislamismus aufzwingen würden. Wer einen Vollschleier trägt, bzw. dies von seiner Frau verlangt, bringt dies in aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Es geht also in der Burka-Diskussion um weit mehr als ein Kleidungsstück. Es geht um eine Ansage an diejenigen, die meinen, sie könnten hier ihr seltsames Wertesystem ausleben. Es geht darum, sich ihnen gegenüber gerade zu machen. In der Forderung nach einem Burkaverbot macht sich ein berechtigter gesellschaftlicher Unmut breit. Ich teile diesen Unmut und bin dafür, dass wir Menschen, die sich jeglicher Integration verweigern, sagen sollten, dass sie hier fehl am Platze sind. Wer also meint, dass eine ehrbare Frau in der Öffentlichkeit vollverschleiert rumlaufen muss, sollte dort leben, wo er/sie und diese Auffassung herkommen.


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Nachtrag

Am 23.10.2016 hat sich der Landesparteitag der sächsischen SPD mit dem Thema Burkaverbot beschäftigt. Die SPD Sachsen hat ein Verbot von Burkas abgelehnt.