Für ein Stadtbad!

Ganz sicher ist es noch nicht, aber es sieht danach aus: Am 25.1.2018 hat der Stadtrat beschlossen, dass eine touristische Freizeit-Einrichtung mit Sportbad geplant wird und Förder-möglichkeiten geprüft werden. Wenn alles klappt, werden maxi-mal 15 Mio Euro ausgegeben, von denen die Stadt ca. 5 Mio Euro zu tragen hätte. Vorgesehen sind weiterhin Sommer-außenbecken, Lehrschwimmbecken, Planschbecken, Minigolf, Saunabereich und ein Funktionsbereich Caravaning.

 

Die SPD-Fraktion unterstützt dieses Planungsvorhaben. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass Delitzsch in wenigen Jahren gar keine Bademöglichkeit am Ort mehr hätte. Es besteht am derzeitigen Elberitzbad hoher Sanierungsbedarf, der Standort ist kaum entwicklungsfähig und verkehrsmäßig nicht gut erreichbar.

 

Ein Baubeschluss ist noch nicht gefasst. Es geht jetzt darum, dem Freistaat Sachsen eine Planung  vorzulegen, um den Weg zu einer Förderung frei zu machen. Aus eigener Kraft kann Delitzsch ein solches Projekt nicht stemmen.

 


KOMMENTAR

"Wenn ich eines nicht mehr hören kann, dann ist es das Gejammer der Freien Wähler über die angeblich bevorstehende Schließung des Freibads. Wenn wir nicht nächstes Jahr Kommunalwahlen hätten, bliebe uns das inhaltslose Getöse wohl erspart. Hier wird Stimmung wider besseren Wissens gemacht und die Fake-News unter die Leute gebracht. Dabei will im Stadtrat niemand den Delitzschern ihren Badespaß nehmen. Das Gegenteil ist der Fall: Alle Stadträte wollen für Delitzsch ein Stadtbad. Das alte Elberitzbad ist aber ein Sanierungsfall. Dass vorausschauende Stadtväter klug überlegen und Alternativen für ganzjährigen Badespaß planen, geht den Freien Wählern zu weit. Dabei liegen die Vorteile für die Elle 2 auf der Hand: Ganzjährig und wetterunabhängig baden, komfortable Verkehrsanbindung mit ausreichend Parkplätzen, Möglichkeiten für Vereinssport, Schwimmlernbecken sind nur einige Vorzüge der Elle 2. Dagegen sieht eine Sanierung des alten Standorts ziemlich alt aus. Im schlimmsten Fall muss die alte Elberitzmühle sogar geschlossen werden ohne dass ein Ersatzneubau entstehen konnte. Dann waren die Freien Wähler mit ihrer Starrhalsigkeit auch die Totengräber des Freiluftbadens. Na danke auch."

 

Rüdiger Kleinke


Kurz und knackig

Warum brechen die Schwimmbecken?

Für das langsame Anheben der Schwimmbecken ist der steigende  Grundwasserspiegel verantwortlich. Dafür sind die Becken aber statisch nicht vorbereitet: Sie brechen. Schon heute gibt die Stadt über 100.000 Euro nur für die Sanierung der Becken aus: Jedes Jahr! Eine Generalsanierung würde fast 5 Mio Euro kosten, welche die Stadt aus Eigenmitteln ohne Förderung aufbringen müsste, weil das Bad schon einmal gefördert wurde.


Warum ist der alte Platz nicht gut für einen Neubau?

Der alte Standort nahe den Bahngleisen ist verkehrsmäßig eine Katastrophe für Besucher und Anlieger. Autofahrer finden an normalen Tagen keinen Parkplatz. Der Verkehr zum und vom Bad ist für die Anwohner eine große Belastung. Wollte man dort ein Ganzjahresbad errichten, würde das zum geplanten Verkehrskollaps in der Elberitzstraße führen. Auch die Einrichtung von Parkplätzen auf dem heutigen Areal des Bades hilft nicht, denn dann wäre der verbleibende Platz für ein Bad zu gering.


Gibt es weitere Gründe für ein Ganzjahresbad?

Ja, ein wichtiger Grund ist die schwierige Beschaffung von Saisonpersonal. Schon heute ist es sehr schwierig, geeignete Bademeister und Helfer zu finden, die bereit sind, sich nur befristet für wenige Monate anstellen zu lassen. Verständlicherweise ziehen die meisten eine Festanstellung über das ganze Jahr vor. Es ist schon heute abzusehen, dass es künftig zusätzliche Schließzeiten aufgrund Personalmangels geben wird.


Wird der Unterhalt der  neuen Elle nicht teurer?

Ja und nein. Schon heute zahlt die Stadt jedes Jahr einen Betriebskostenzuschuss für das Freibad von 400.000 Euro. Die Stadtverwaltung rechnet nach dem Neubau mit einem Zuschuss von 800.000 Euro. Dafür wird sich die Anzahl der Nutzungen voraussichtlich vervierfachen. Der städtische Zuschuss pro Besuch wird sich also halbieren. Oder anders gesagt: Der städtische Zuschuss wird effektiver genutzt werden.


Lenkungsgruppe

Der Delitzscher Stadtrat hat 2015 eine Lenkungsgruppe eingesetzt, in der  verschiedene Varianten diskutiert wurden. Die im Stadtrat vertretenen Parteien haben konstruktiv an dem Thema gearbeitet und verschiedene Möglichkeiten geprüft, unter anderem einen Hallenbau auf dem bisherigen Gelände. Die Freien Wähler haben sich aus der Gruppe zurückgezogen.

Jetzt soll wieder eine solche Gruppe ins Leben gerufen werden, um die Planung zu begleiten und die Kosten im Auge zu behalten. Sie wird wohl nicht Lenkungsgruppe heißen, um den Freien Wählern wieder den Weg zur Mitarbeit zu ebnen.



Häufig gefragt zum Thema

Wo soll die Elle 2 gebaut werden?

Geplant ist ein Standort im Delitzscher Norden, der derzeit als Brachfläche oder Lagerplatz dient.

 

Wichtig: Sowohl Garagenbesitzer als auch YOZ-Nutzer haben nichts zu befürchten. Sowohl der Bestand der Garagen als auch des YOZ einschließlich aller Plätze ist garantiert.

 

Der Standort eignet sich aus diesen Gründen:

 

1. In der Nähe befinden sich 3 Kindertagesstätten und 2 Schulen, die die Einrichtung nutzen könnten.

2. An dem Standort gibt es im Unterschied zur Elberitzstraße keinerlei Zufahrtsprobleme und es gibt ausreichend Parkplätze.

3. Für die Fläche gibt es bereits einen Bebauungsplan, das spart Zeit in der Umsetzung.

4. Man könnte für die Heizung die Abwärme der gegenüber liegenden Stadtwerke nutzen, das würde Betriebskosten massiv sparen.

5. Die Einrichtung würde den Delitzscher Norden als Wohngebiet aufwerten.

 

Aber wie sieht es mit Schatten aus? Mal abgesehen davon, dass weite Teile des bestehenden Freibads auch schattenfrei sind, bestünde hier die Möglichkeit, mit der Anpflanzung bereits teilausgewachsener Bäume von Anfang an für Schatten zu sorgen.

Was muss man sich unter einer "touristischen Freizeiteinrichtung mit multifunktionalem Charakter" vorstellen?

Wir verzichten mal auf Beamtendeutsch und nennen das Projekt der Einfachheit halber "Elle 2". Die Elle 2 würde aus folgenden Bauten bestehen können:

1. Sportbad mit Innen- und Außenbecken

Hier wäre künftig ganzjährig die Möglichkeit des Schwimmens in einem Schwimmbecken mit fünf 25-m-Bahnen gegeben. Weiterhin ist in dieser Schwimmhalle ein Kursbecken von 12,5 x 10 m zum Schwimmen lernen geplant. Hier könnten künftig auch wassertherapeutische Anwendungen durchgeführt  werden. Im Außenbereich des Sportbades soll ein

Sommeraußenbecken von 1.000 m² Wasserfläche entstehen. Die Wassertiefe könnte von 0,30 – 1,30 m gehen, dies ist jedoch noch nicht fest. Wenn tiefere Bereiche nötig sind, wird das in der Planung berücksichtigt. 

4. Naturerlebnisspielplatz

Auf der Fläche könnte ein attraktiver Spielplatz für Kinder

unterschiedlichster Altersgruppen entstehen. Außergewöhnliche Spielgeräte und Geländemodellierungen könnten hier für viel Spaß beim Spielen sorgen. Auch Erfahrungsbereiche zum Training der Geschicklichkeit und zur kreativen und schöpferischen Betätigung der Kinder und Eltern sind vorstellbar. Die Gestaltung des Spielplatzes soll alle Sinne anregen, Rückzugsmöglichkeiten und Nischen sowie Raum für Bewegung im gemeinsamen Spiel bieten.


2. Caravaning

Wohnmobillisten schätzen Individualität und sind daher stets

auf der Suche nach neuen Zielen. Dieses neue Angebot für Delitzsch würde die Delitzscher Altstadt, ihre Gastronomie und den Einzelhandel befördern. Mehr Tourismus in der Stadt ist wichtig für uns und Reisemobiltouristen bringen mit Ausgaben von täglich mehr als 40 Euro pro Person eine vergleichsweise

hohe Wertschöpfung in die Stadt. Aufgrund der Nähe des Stellplatzes direkt an der Rad-Wanderroute (Kohl-Dampf-Licht/Torgischer Radweg) bietet sich der Platz auch hier besonders an. Um die Verweildauer zu erhöhen, ist ein gewisser Komfort insbesondere bei der Ausstattung der Stellplätze mit eingeplant. Die Gäste können die Sanitär- und Informationseinrichtungen in den Funktionsbereichen des

Sportbades bzw. des Naturhauses mit nutzen. 

5. Minigolfanlage

Eine Minigolf-Anlage bietet an frischer Luft für Alt und Jung eine Abwechslung und kann zudem zum sportlichen Wettkampf genutzt werden. Damit wird die Aufenthaltsqualität sowie der Erholungs- und Gesundheitsaspekt der gesamten Anlage unterstrichen.


3. Naturhaus

Das Naturhaus könnte als Bindeglied zwischen den einzelnen Funktionsbereichen dienen und architektonisch als „Erdhügelhaus“ errichtet werden. Der Gedanke eines

Naturhauses in Gestalt eines „Erdhügelhauses“ resultiert aus der Idee, die Erlebbarkeit des in unserer Region vollzogenen Landschaftswandels von einer vom Ackerbau geprägten und durch den Tagebau gestalteten Natur- und

Seenlandschaft nachzuvollziehen. Flora und Fauna werden für Groß und Klein erlebbar gemacht. Im Naturhaus wird Delitzscher Regionalgeschichte zum Leben erweckt und es werden Informationen zu touristischen Ausflugs- und Freizeitmöglichkeiten, zu Gastgebern und gastronomischen Einrichtungen sowie zu aktuellen Veranstaltungen

und Highlights in der Region angezeigt.  Seminarangebote für Kindergartengruppen, Schulklassen und sonstige Gruppen sowie Angebote für Kindergeburtstagsfeiern oder Forschertage

im Rahmen von schulischen Projektwochen sollen das Angebot ergänzen. Die Einbindung einer kleinen gastronomischen Einrichtung würde das Gesamtbild abrunden.

6. e-bike & e-car

Die am Wohnmobilstellplatz vorbeiführenden Radwanderwege „Kohle-Dampf-Licht“ und „Torgischer Radweg“ laden dazu ein, mit dem Rad die Goitzsche, den Seelhausener See, den Werbeliner See oder den Schladitzer See zu erkunden. Auch die Delitzscher Altstadt oder die Dübener Heide sind leicht zu erreichen. Durch die Vermietung von e-Bikes ist auch eine Tour nach Leipzig und das Neuseenland einfach und bequem. Auch die  Vermietung von e-Cars ist vorstellbar. Die unmittelbare Angliederung an den Caravanstellplatz und die Stadtwerke Delitzsch bieten hierfür optimale Voraussetzungen für die Errichtung von E-Ladesäulen sowohl für e-Bikes als auch für e-Cars.


Kann man sich den Eintritt leisten?

Die Eintrittsgelder werden von den Stadträten im Rahmen einer Satzung festgelegt. Aller Voraussicht werden sie etwas höher sein als in der bisher. Wir SPD-Stadträte werden darauf achten, dass das Baden in Delitzsch nach wie vor erschwinglich und attraktiv sein wird.

Fake News: "Der Stadtrat hat schon das Ende des Freibads beschlossen."

Diese Aussage ist falsch. Das Freibad Elberitzmühle wird so lange weiter zu betreiben, wie es keine andere öffentliche Badeanstalt in Delitzsch gibt. Das kann noch eine Weile dauern. Sehr ungünstig - weil unangemessen teuer - wäre es, das Freibad aus Eigenmitteln zu sanieren und dauerhaft weiter betreiben zu müssen, wenn das geplante Projekt nicht umsetzbar wäre. Das wäre für Delitzsch und seine Bürger die teuerste Lösung, denn in diesem Fall müßten die 4,5 Mio für die Sanierung und geschätzte 1,5 Mio für den Ersatzneubau des Lehrschwimmbeckens aus der Stadtkasse aufgebracht werden.

Alles im Blick

Delitzsch hat zwei große Investitionsaufgaben in den kommenden 10 Jahren zu stemmen: Eine Lösung für das Freibad und die Sanierung der Artur-Becker-Oberschule. Wenn die Stadt anstelle der rund 6 Mio für das Freibad (einschließlich Lehrschwimmbecken) nur 5 Mio Euro (unsere Kosten für das neue Bad) von 15 Mio (Gesamtkosten) investieren muss, ist schon mal  1 Mio Euro gespart - und das bei einer qualitativ hochwertigen Lösung. Dieses Geld käme der Schule zugute, die dann besser ausgestattet werden könnte. Auch diesen Aspekt  müssen wir bei der  Bewertung des Vorhabens berücksichtigen.

 

Die SPD-Fraktion im Stadtrat behält alle Aspekte im Blick, auch die zweifelsohne höheren Betriebskosten.

 

Durch den Bad-Neubau würde Delitzsch als Wohnstandort dauerhaft erheblich an Attraktivität für Familien mit Kindern gewinnen. Und auch der touristische Wert unserer Stadt würde steigen. Von mehr Touristen würde unsere historische Altstadt mit ihren Geschäften ebenso profitieren wie die Gastronomie.

 

Und vergessen wir eines nicht: Es war immer der größte Wunsch der Delitzscher, ein Hallenbad vor Ort zu haben. Dieser Wunsch ist nun der erste Mal wirklich in Griffweite, die Chance wird es die nächsten 30 Jahre nicht wieder geben. Bei unserer Bürgerbefragung 2013 stand das Hallenbad an erster Stelle aller Bürgerwünsche. Nun könnte es Realität werden.

 

Deshalb ist nun die Zeit gekommen, gute Entscheidungen für unsere Heimatstadt zu treffen. Und so sieht der Fahrplan aus:

  • Als nächstes Fördermittelakquise und nochmaliges Durchrechnen der Investition und Folgekosten
  • Bis Ende 2018 Entscheidung treffen

Für Fragen und Anregungen sowie weitere detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Sprechen Sie uns bitte an.

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